GTM Variable: Google Analytics Einstellungen [Richtig nutzen]

Neben den standardisierten Variablen im Google Tag Manager, die einfach per Klick hinzugefügt werden können, ist die Variable Google Analytics Einstellungen die erste benutzerdefinierte Variable mit der die meisten Google Tag Manager User konfrontiert werden.

Die Variable bietet sehr viele Einstellungsmöglichkeiten. 

In diesem Beitrag erfährst du wie du die Variable Datenschutzkonform und bestmöglich auf dein Google Analytics Tracking konfigurierst.

Wenn du Google Analytics nutzt, ist die Erstellung der GA-Einstellungs-Variablen Pflicht. Du benötigst theoretisch diese Variable nicht und könntest bei jedem GA-Tag die Einstellungen manuell konfigurieren, das wäre sehr fehleranfällig. Wenn die IP-Adresse nicht anonymisiert wird, kann das zu Post von der Datenschutz Behörde führen.

Los geht´s 😉

Inhaltsverzeichnis

Autor | René van Loock

Digital Analyst und TÜV-Nord Zertifizierter Datenschutzbeauftragter. Seit mehr als 3 Jahren beschäftige ich mich täglich mit dem Google Tag Manager.

Variable Google Analytics Einstellungen (GA-Settings)

Variablen im Google Tag Manager, Elementsichtbarkeit, benutzerdefiniertes Ereignis, mehr

Die Einstellungsoptionen:

Tracking-ID

GA-Einstellungen Tracking ID eintragen

Hier trägt Ihr eure Google Analytics Tracking ID ein. Zu finden in eurem Google Analytics Konto unter: Verwaltung -> Property -> Tracking Informationen -> Tracking Code.

 

Tipp: Subdomains mit unterschiedlichen Propertys

Ihr habt den selben Tag-Manager auch auf euren Subdomains installiert und möchtet diese unter separaten Propertys tracken (bedeutet auch separate Tracking-ID´s)? 

Dann empfehle ich hier mit einer Suchtabelle zu arbeiten, die die korrekte Tracking-ID ausgibt:

Suchtabelle Google Analytics Tracking ID

Suchtabelle-Google-Analytics-Tracking-ID

Google Analytics Einstellungen mit Suchtabelle

Suchtabelle nutzen bei mehreren Subdomains-Beispielbild im Google Tag Manager

Die Suchtabelle gibt jetzt auf Basis des Page Hostnames eine unterschiedliche in der Variable definierte Tracking-ID aus.

Cookie-Domain

Cookie Domain in der Variable Google Analytics Einstellungen hinzufügen

Die Cookie Domain ist in der Google Analytics Einstellungen Variable im GTM schon standardmäßig auf „auto“ gesetzt. Was bedeutet das eigentlich?

  1. Um einen Nutzer zu erkennen, setzt Google Analytics einen sogenannten GA-Cookie.
  2. Dieser GA-Cookie enthält die einzigartige Nutzer-ID.
  3. Wenn Google Analytics ohne Cookie Domain Auto eingebaut wird, setzt Google Analytics das Cookie spezifisch auf eine Subdomain. Konkret heißt das für diese Webseite, dass wenn wir Google Analytics ohne Cookie Domain Auto einsetzen. Das GA-Nutzer-Cookie auf tagmanager.renevanloock.com gesetzt wird. Verwenden wir die selbe Google Analytics Tracking ID auch auf renevanloock.com, wird der Nutzer „doppelt“ erfasst, da auf renevanloock.com noch kein GA-Nutzer Cookie vorhanden ist.
  4. Wenn wir hier die Einstellungen bei Cookie-Domain „auto“ lassen wird das Nutzer-Cookie immer auf die „Haupt“-Domain geschrieben. In diesem Beispiel also auf renevanloock.com. Dadurch kann das Cookie auf jeder Subdomain und auch auf renevanloock.com ausgelesen werden.
 

Unabhängig ob schon Subdomains vorhanden sind und diese unter der gleichen Tracking-ID gemessen werden sollen, empfehle ich die Einstellungen immer bei Cookie-Domain Auto zu belassen.

Solltet Ihr alle Subdomains separat unter eigenen Tracking-ID´s messen führt Cookie-Domain-Auto dazu, dass ein Nutzer über mehrere Domains/ Subdomains die selbe Nutzer-ID (Client-ID) teilt. In Bezug auf die Auswertung und die Statistiken ergibt sich dadurch kein Unterschied.

Festzulegende Felder

Festzulegende Felder bieten Optionen den Google Analytics Tracking Code um weitere Funktionen zu erweitern.

IP-Anonymisieren mit einem festzulegendem Feld:

Der Standard ist hier zum Beispiel das Feld anonymizeIp = true

GA Einstellungen mit IP Anonymisierung Beispiel

Hierbei werden die letzten 3 Stellen einer IP-Adresse anonymisiert. Aus der Adresse: 12.317.32.128 wird 12.317.32.0 . Dies geschieht laut Google (https://support.google.com/analytics/answer/2763052?hl=de): „…sobald die Daten im Analytics-Datenerfassungsnetzwerk eingehen und noch bevor Sie gespeichert oder verarbeitet werden. „…da die gesamte Anonymisierung fast unmittelbar nach Eingang der Anfrage im Speicher erfolgt.

Festzulegendes Feld - Nach Links Ausschau zu halten (Cross-Domain)

Auch häufig in Kombination mit Cross-Domain-Tracking genutzt. AllowLinker = true

Festzulegendes Feld - cookieExpires

Bestimmt die Cookie-Lebenszeit. Standard sind zwei Jahre. Beispielwert: cookieExpires = 63072000 (2 Jahre). Aus Datenschutzgründen könnte es relevant sein, die Cookies nicht zu lange zu speichern.

Beispielbild Benutzerdefiniertes Feld mit anonymize IP Allow Linker und Cookie Expires

Neben diesen doch häufigen verwendeten Feldern gibt es noch viele weitere Optionen, je nach spezifischen Anforderungen der Analytics Implementation. Mehr gibt´s direkt bei Google: https://developers.google.com/analytics/devguides/collection/analyticsjs/field-reference

Benutzerdefinierte Dimensionen

Die Daten die gu gerne hättest.

In der Variable Google Analytics Einstellungen können einfach benutzerdefinierte Dimensionen hinzugefügt werden. Diese ermöglichen es, mehr Dimensionen in Google Analytics hinzuzufügen. Also mehr Daten in Google Analytics zu erhalten.

Grenzen hierbei setzen nur die Browser. Es lässt sich nämlich so einiges was „irgendwie“ im Browser vorhanden ist, als benutzerdefinierte Dimension nach Google Analytics schicken. Einen ausführlichen Guide dazu findest du hier: https://www.simoahava.com/analytics/13-useful-custom-dimensions-for-google-analytics/

Die Einstellungen sind ähnlich zu denen im Benutzerdefinierten Feld:

Benutzerdefinierte Messwerte

Sehr ähnlich auch zu benutzerdefinierten Dimensionen gibt es auch die Möglichkeit benutzerdefinierte Messwerte direkt mitzuschicken. I.d.R. wird dieses Feature aber eher seltener genutzt.

Contentgruppen

Gruppierungen nach Content lassen sich auch direkt über diese Variable festlegen. Hier sind die direkten Einstellungen in Google Analytics jedoch meist nützlicher.

Werbung

Funktionen für Display Werbung aktivieren oder auch ga(require , displayfeatures);

Funktionen für Display Werbung aktivieren

Diese Einstellungsoption wird meist vollständig übersehen. Ist aber in Bezug auf Datenschutz wichtiger als vielleicht angenommen. Diese Einstellung macht nichts anderes als diese beiden Einstellungen im Google Analytics Account festzustellen:

Einstellungen für Werbung und Remarketing im Google Analytics Account

Das kann jedoch ein sehr relevanter Punkt in Bezug auf die DSGVO sein. Einige Unternehmen möchten die Einwilligung zur Nutzung Demografischer Daten, Remarketing und der Verknüpfung der Daten mit Google Ads Netzwerk DoubleClick ggf. an eine separate Einwilligung knüpfen.

E-Commerce

Wer EnhancedEcommerce-Tracking sollte diese Einstellung aktivieren. Bei normalem Ecommerce Tracking muss diese Einstellung nicht aktiviert werden.

Domainübergreifendes Tracking

Wer Cross-Domain-Tracking nutzt, also kein Subdomain-Tracking, kann hier die Domains angeben und einen Wert definieren der als Hash-Zeichen der Auswertung bei der anderen Domain verwendet wird.

Erweiterte Konfiguration

Hier könnt Ihr zum Beispiel unter Debugging-Version die Variable {{Debug Mode}} verwenden. Dann wird automatisch im Preview Mode der GA-Debugger in der Console eures Browsers aktiviert.

Fazit

Die Variable Google Analytics Einstellungen kann deutlich mehr als die meisten Wissen. Wie so häufig, kommt es dabei auf die feinen Details an. Ich hoffe du konntest hier etwas lernen und bis zum nächsten Artikel.

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